Weihnachtsbotschaft S. Em. des Erzbischofs Gabriel von Komana

Das Volk das im Finstern wandelte, sah ein großes Licht. Du machtest groß ihren Jubel und gewaltig ihre Freude! (Jesaja 9,1)

Liebe Väter, liebe Brüder und Schwestern!

Seht, die Weihnachtszeit ist gekommen, die Zeit des Lichtes, die Zeit der Rettung und ich bin glücklich, euch allen anlässlich dieses großen Festes, welches unsere Herzen erfreut, Frieden wünschen zu können!

Friede auf Erden unter den Menschen sein Wohlgefallen!

Vor mehr als 2000 Jahren ist das Licht, von dem Jesaja in seinen Prophezeiungen sprach, in die Mitte der Menschheit gekommen, um ihr die Hoffnung zurückzugeben. Seit diesem Ereignis feiern wir jedes Jahr Christus als das Licht der Welt. Aber welchen Einfluss hat das Geheimnis der Geburt Christi in unserem Leben? Was ändert sich in unserem Herzen, wenn wir die Barmherzigkeit und das Mitgefühl Gottes erneut erleben? Ist unser Leben verklärt im Angesicht dieses „Freudigen Lichtes der Heiligen Herrlichkeit des Vaters“ (Gesang der Vesper)?

Lassen wir dieses Licht jedes Jahr in uns eindringen, um unsere Finsternis zu erleuchten? Denn das ist der Sinn der Ankunft Christi unter den Menschen: Dass jeder von uns, egal in welcher Situation er sich befindet, getröstet wird und sich von ganzem Herzen freue!

Wir alle wissen: Die Dunkelheit in uns existiert! Und sie wird ernährt durch unsere Fehler, unsere Schwächen, unsere Sünden... Aber es ist wichtig uns daran zu erinnern, dass die Ankunft des Herrn nicht die Ankunft eines Richters ist, welcher verurteilt und zurückweist, sondern die Ankunft Gottes, der Liebe IST und der unsere schmerzenden Wunden mir dem Balsam seiner Barmherzigkeit heilt.

Deshalb müssen unsere Herzen freudig sein: Das milde, belebende Licht Gottes erlaubt uns, uns so zu sehen, wie wir wirklich sind. Weil wir uns von Gott geliebt fühlen, haben wir keine Angst mehr, unser Elend zu betrachten und vor allem, uns von Gott selbst in diesem Zustand betrachten zu lassen.

Wie die Sonne auf die Erde scheint und die Dunkelheit vertreibt, so erleuchtet Christus das Herz jedes Menschen und vertreibt die Finsternis daraus.

Dies geschieht jedoch nicht in einem einzigen Augenblick. Wir sind für die Gnade Gottes oftmals unempfänglich oder wir empfangen sie und verlieren sie wieder. Aber Gott ist geduldig und beständig!

Er bleibt auf der Spitze des Hügels stehen, wie der Vater des verlorenen Sohnes. Wie ein Leuchtfeuer wird Christus für uns ein Anhaltspunkt der Hoffnung, genährt durch eine unerschöpfliche Quelle, die sich Liebe nennt. So kommt das Licht in unsere Finsternis, so wird uns Friede verschafft, so beginnt das Leben in unserem ganzen Sein zu zirkulieren!

Die Kirche schlägt uns in ihrer Heiligen Pädagogik vor, jedes Jahr dieses Geheimnis neu zu erleben, damit wir uns Schritt für Schritt durchdringen lassen durch den, der da sagte: „Ich bin das Licht der Welt!“

Wir wollen uns mit den Schäfern und den Weisen freuen: „Kommt lasset uns anbeten und niederfallen vor Christus!“ (kleiner Einzug der Liturgie)

Ich umarme euch, liebe Brüder und Schwestern und sende euch erneut meine Liebe.

Christus ist geboren! Lasset uns ihn loben! Amen !

Paris, Kathedrale des Heiligen Alexanders von der Neva Weihnachten 2009

+ Erzbischof Gabriel von Komana Exarch des Ökumenischen Patriarchen

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